Karstadt Warenhaus wird zum 1. September 2017 sein Führungsteam um Claudia Reinery verstärken. Reinery wird als Chief Operating Officer (COO) neben CEO Dr. Stephan Fanderl und CFO und Arbeitsdirektor Miguel Müllenbach Mitglied der …
]]>Karstadt Warenhaus wird zum 1. September 2017 sein Führungsteam um Claudia Reinery verstärken. Reinery wird als Chief Operating Officer (COO) neben CEO Dr. Stephan Fanderl und CFO und Arbeitsdirektor Miguel Müllenbach Mitglied der Geschäftsführung.
Reinery verantwortet künftig Einkauf, Vertrieb und Marketing. In dieser Funktion arbeitet sie künftig mit Einkaufschef Jörg Peter Schmiddem und Vertriebschef Thomas Wanke sowie dem Marketing-Team zusammen.
Claudia Reinery kennt das Warenhausgeschäft sehr gut: Nach langjähriger Tätigkeit in verschiedenen Führungspositionen bei Karstadt in Einkauf, Vertrieb und Marketing wechselte sie 2009 zu Galeria Kaufhof als Mitglied der Geschäftsführung und Chief Sales und Marketing Officer. Ihre fundierten Kenntnisse und Erfahrungen im Management anspruchsvoller Retailstrategien und Change Prozesse hat Reinery zuletzt im Rahmen der Neuausrichtung des Beauty Spezialisten Douglas als Mitglied der Geschäftsführung der Douglas Gruppe und CEO von Douglas Deutschland erfolgreich unter Beweis gestellt.
Karstadt-CEO Dr. Stephan Fanderl sagt: „Wir haben Karstadt für den sich weiterentwickelnden Einzelhandelsmarkt komplett neu aufgestellt. Um die Geschwindigkeit noch weiter zu erhöhen, verstärken wir unser Führungsteam um eine so erfahrene und profilierte Handelsunternehmerin wie Claudia Reinery.
Wir sind mit Hochdruck dabei, unser Geschäftsmodell zu einem echten Omnichannel-Marktplatz weiter zu entwickeln. Das bedeutet auch, dass wir sehr viel kooperativer werden und verstärkt neue und bereits bestehende Partnerschaften in unser Geschäftsmodell integrieren.
Ich werde ab September die Digitalisierung von Karstadt noch offensiver vorantreiben und mich noch mehr um neue Partnerschaften und den Ausbau unserer Handelsplatt-form in der Signa Retail Gruppe kümmern. Außerdem werde ich Karstadt Warenhaus wieder stärker ‚von vorne zum Kunden‘ führen und erheblich mehr Zeit bei den Teams in den Filialen verbringen.“
Wolfram Keil, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Karstadt Warenhaus GmbH, sagt: „Wir gewinnen mit Claudia Reinery eine hochanerkannte Handelsexpertin für die Fortschreibung der Erfolgsgeschichte von Karstadt. Ich freue mich, dass wir das Karstadt-Management so weiter nachhaltig verstärken können.“
Claudia Reinery sagt: „Karstadt definiert gerade ein neues Warenhauskonzept, das das Unternehmen zu einem erfolgreichen Anbieter im Omnichannel-Markt der Zukunft macht und gemeinsam mit erfolgreichen Online Playern die Basis für neue, vernetzte Einkaufserlebnisse legt. Ich freue mich darauf, diese Entwicklung mit voranzutreiben.“
Die Bestellung von Claudia Reinery zur Geschäftsführerin und COO steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrates der Karstadt Warenhaus GmbH.
]]>Wie viele Fashion-Lieferanten haben Sie ausgetauscht?
Wir haben unsere gesamte Lieferanten-Struktur untersucht und überarbeitet. Heute arbeiten wir mit rund 30% weniger Fashion-Lieferanten, das sind mehrere hundert. Das waren sehr bewusste Entscheidungen. Denn wir können niemanden gebrauchen, mit dem wir kein Geld verdienen.
.
Was sind also die nächsten Schritte?
Wir haben das Ziel, unsere Modekompetenz erheblich zu stärken und greifen deshalb jetzt noch weiter in den Fashion-Bereich ein. Zunächst haben wir mit Sabine Zollikofer eine ausgewiesene Expertin für Karstadt gewinnen können, die unsere DOB verantworten wird. Wir haben unseren Einkauf vor wenigen Wochen so aufgestellt, dass die Verantwortung jetzt wieder zusammengeführt ist. Erstens haben wir einen sehr starken Fashion-Bereich für HAKA, DOB und Kinder unter der Führung von Patrick Diederen geschaffen, an den Frau Zollikofer berichten wird. Und zweitens haben wir in diesen Bereich auch das Merchandise Planning integriert. Das angelsächsische Modell einer Teilung der beiden Bereiche hat sich für den deutschen Markt als nicht tauglich erwiesen.
Wird es neue Marken geben?
Wir haben, wie in allen anderen Sortimentsbereichen, jede einzelne Marke auf den Prüfstand gestellt und zwar nicht nur im Hinblick auf Profitabilität, sondern auch bei der Frage, wer zum neuen Karstadt passt. Im Ergebnis haben wir sowohl Marken ausgelistet als auch neue hinzugenommen oder bestehende Partnerschaften erheblich ausgeweitet.
Nennen Sie doch mal Beispiele.
Wir führen bis Oktober 2016 insgesamt in 46 Filialen Bonita Shops ein. Beginnen werden wir zunächst in den Filialen Berlin Hermannplatz, Bayreuth, Memmingen, Fulda, Norderstedt und Saarbrücken. Dann bekommen wir neu die Marke Navyboot hinzu, die zunächst in sechs Filialen startet: Berlin Schlossstraße, Nürnberg, München Bahnhof, Hamburg Mönckebergstrasse, Dresden und Konstanz. Das ist ein ganz anderes Segment und diese beiden Partnerschaften zeigen ganz gut die Bandbreite, die wir im Fashion-Bereich jetzt abbilden können. Ein paar weitere Marken sind White Stuff, die es in Deutschland bislang überhaupt nur mit zwei eigenen Läden in Münster und Oldenburg gibt und sonst nur bei Karstadt in Frankfurt am Main, Nürnberg, Düsseldorf, Bremen, München Bahnhof und Hamburg Mönckebergstraße und Hallhuber, eine Partnerschaft, die wir gerade ausweiten.
Was heißt das für die Dachmarke Karstadt?
Karstadt ist wieder wer. Oder anders ausgedrückt: Wir sind wirtschaftlich wieder so stark und unsere Ausrichtung auf den deutschen Kunden und die lokalen Bedürfnisse werden so positiv wahrgenommen, dass wir eine ausgezeichnete Adresse sind, um in der Innenstadt erfolgreich zu sein oder auch, um überhaupt einen Markteintritt in Deutschland zu starten.
Eine modernere Warenpräsentation bei Karstadt wäre auch nicht schlecht.
Wir arbeiten an einer neuen Präsentation, aber nicht nur für den Bereich Mode. Wir werden sehr bald einen ersten Filial-Prototypen haben. Die Planung ist abgeschlossen und die Mittel stehen bereit. Aber ich möchte jetzt dazu noch nichts sagen. Das würde sicher bei unseren Wettbewerbern mit großem Interesse gelesen werden.
Klingt gut – aber was ist mit den harten Zahlen? Sind Sie mit der Umsatzentwicklung bei Fashion zufrieden?
Die Umsatzentwicklung bei Karstadt ist insgesamt gut. Insbesondere im Hartwarenbereich haben wir uns den Umsatz zurückgeholt, den wir verloren hatten. Hier sind wir besser als der Markt. Beispiele sind Küche, Schreibwaren, Reisegepäck oder auch Süßwaren. Mit den Zusatzumsätzen unseres 135. Geburtstages liegen wir deutlich über Plan. Der Fashion-Bereich läuft aber noch nicht so, wie wir es uns wünschen, auch, wenn wir im Moment in vielen Kategorien besser sind als der Markt. Wir sehen in der Marktforschung sehr deutlich, dass wir dort sehr großes Potenzial haben. Um das zu heben, unternehmen wir ja diese Anstrengung.
Wird der Umsatzanteil von Fashion als Folge dieser Anstrengungen steigen?
Mode und zwar DOB, HAKA und Kiko bleibt unser größter Sortimentsbereich. Das ist kein Widerspruch zu ‚Alles unter einem Dach‘. Im Gegenteil: Ein kompetenter Fashion-Bereich für Damen, Herren und Kinder ist eine der besonderen Stärken des Warenhauses. Hinzu kommt, dass im Warenhaus wie bei keinem anderen Handelsformat Mode durch die Sortimente der Bereiche Uhren/Schmuck, Beauty/Strümpfe, Taschen, Accessoires und Schuhe flankiert wird.
Durch das, was viele Modehändler als „flankierende Sortimente“ gerne hätten?
Ja. Modekompetenz bedeutet für mich auch Accessoire-Kompetenz, Taschen-Kompetenz und Wäsche-Kompetenz und so weiter. Nehmen Sie beispielsweise den Bereich Taschen. Da haben wir drei echte Trendmarken neu zu Karstadt geholt – keine Experimentier-Marken, sondern solche, die wirklich sehr gute Umsätze schreiben: Emily & Noa, Suri Frey und 08-16. Oder nehmen Sie unsere neue Beauty-Marke aus Australien, Nude by Nature, die gibt es in Deutschland im stationären Einzelhandel nur bei Karstadt.
Sind Ihre Anstrengungen Reaktionen auf die Ankündigungen von Galeria Kaufhof?
Nein, wirklich nicht. Erstens orientieren wir uns an den jeweils Besten der einzelnen Bereiche und nicht an einem einzigen Unternehmen. Und zweitens geht die Strategie doch inzwischen sehr weit auseinander. Wir betreiben ja beispielsweise eine strikte lokale Ausrichtung und die Rückkehr zu ‚Alles unter einem Dach‘. Das kann ich woanders nicht erkennen.
Wie soll sich eigentlich das angekündigte neue Warenhaus in Berlin-Tegel von den übrigen unterscheiden?
Vom Grundsatz gehen wir dort nicht anders vor als sonst auch. Wir denken, dass lokale Marktplätze das am stärksten wachsende Zukunftsformat sind. Und genau das werden wir in Berlin-Tegel komplett neu bauen. Dazu schauen wir grundsätzlich zwei Dinge an: Was wünschen die Kunden an diesem Standort? Und: Wie ist das Marktumfeld beschaffen? Wenn sich unser Umfeld ändert, passen wir unser Angebot an. Karstadt-CEO Stephan Fanderl nennt das ‚atmende Flächen‘ betreiben. Das beschreibt das Prinzip sehr gut.
Im Rahmen der weiter erfolgreich verlaufenden Sanierung verstärkt Karstadt die Schlagkraft seines Einkaufs durch eine erhebliche Kompetenzstärkung der wichtigsten Warenbereiche.
Jörg Peter Schmiddem, Chief Merchandise Officer von Karstadt Warenhaus GmbH, sagt: „Nachdem wir in den …
Im Rahmen der weiter erfolgreich verlaufenden Sanierung verstärkt Karstadt die Schlagkraft seines Einkaufs durch eine erhebliche Kompetenzstärkung der wichtigsten Warenbereiche.
Jörg Peter Schmiddem, Chief Merchandise Officer von Karstadt Warenhaus GmbH, sagt: „Nachdem wir in den letzten 12 Monaten sehr viel effizienter geworden und erheblich näher an unsere Kundschaft herangerückt sind, stärken wir jetzt die Kompetenzen wichtiger Einkaufsbereiche noch weiter. Wir werden damit noch schlanker und schneller und unsere Einkäufer gewinnen an Verantwortung.“
Ein wesentlicher Schritt ist die Abkehr von dem zu Zeiten des Voreigentümers Berggruen eingeführten Modell des Merchandise Planning, bei dem der Einkauf die durchgängige Verantwortung für die Warenbestände verliert. „Wir werden ab sofort mit integrierten Einkaufsbereichen arbeiten, bei denen Kompetenz und Verantwortung deckungsgleich sind“, so Schmiddem. „Daher spielt Merchandise Planning eine wichtige Rolle – jedoch in der Verantwortung des jeweiligen Leitenden Category Managers (LCM). Mit dieser auf dem deutschen Markt bewährten Integration stärken wir die Verantwortung des Einkaufs bei Karstadt wieder.“
In einem weiteren Schritt wird der Einkauf so strukturiert, dass er künftig aus klar definierten und von der Ware her homogenen Bereichen besteht, die jeweils unter der einheitlichen Führung eines Leitenden Category Managers stehen. Wie zuvor bei der Umstrukturierung des Vertriebs, wird jeder LCM einen Warenbereich unmittelbar selbst führen. „Wir wollen bei Karstadt heute unternehmerische Verantwortung und Leistungsorientierung in allen Bereichen“, so Schmiddem. „Mit diesem Schritt werden Manager im Einkauf und Verkauf auf Augenhöhe miteinander arbeiten.“
Im Einzelnen bedeutet das:
Die Bereiche Damenoberbekleidung, Herrenkonfektion, Kinderkonfektion und Eigenmarken werden unter der Führung des LCM Fashion zusammengefasst. „Mode ist für Karstadt der größte Warenbereich. Hier haben wir noch sehr viel Potenzial – zum Beispiel durch die erhebliche Überarbeitung und Ausweitung des Eigenmarkengeschäfts. Deshalb brauchen wir einen starken Schwerpunkt und führen die vier Fashion-Bereiche unter der Führung von Patrick Diederen zusammen, der bisher schon die HAKA erfolgreich geführt hat“, sagt Schmiddem.
Kerstin Fleischer (LCM Personality) verantwortet weiterhin Uhren/Schmuck, Beauty/Strümpfe, Taschen, Accessoires und Schuhe und bekommt neu Wäsche hinzu.
Britta Kowald-Meinke (LCM Home) verantwortet nach wie vor Bad, Bettwaren und Küche und bekommt Schreibwaren als zusätzliche Verantwortung.
Marcus Fischer (LCM Import/Outlet) verantwortet weiterhin den Import und künftig zusätzlich Sport und strategische Einkaufsprojekte.
Robert Okon leitet weiterhin das strategische Lieferantenmanagement.
„Der Einkauf von Karstadt entwickelt gerade in enger Verzahnung mit Verkauf und Marketing seine Sortiments-Strategie weiter, bei der Warengruppen, die für Karstadt von besonderer Bedeutung sind, weiter gestärkt werden“, so Schmiddem. „Wir haben über vier Monate lang hart daran gearbeitet, sie zu analysieren und die weitere Entwicklung zu planen. Diesem Prozess trägt die neue, schlagkräftige Organisation Rechnung.“
]]>