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Allgemein

Karstadt-Aufsichtsrat beschließt umfangreiches Sanierungs- und Restrukturierungskonzept und berät ausgereiftes Zukunftskonzept

Dr. Stephan Fanderl zum neuen CEO des Unternehmens berufen.
Wolfram Keil übernimmt Vorsitz des Aufsichtsrates der Karstadt Warenhaus GmbH.

Der Aufsichtsrat der Karstadt Warenhaus GmbH hat in seiner Sitzung vom 23. Oktober 2014 umfangreich die Sanierung sowie Restrukturierung (Projekt „Fokus“) beschlossen sowie die Zukunftsstrategie des Unternehmens beraten.

Darüber hinaus hat er auch die Zusammensetzung und Neuaufstellung des Managements beschlossen. Dr. Stephan Fanderl ist neuer CEO der Karstadt Warenhaus GmbH. Der Aufsichtsrat berief den 51jährigen Handelsmanager auf der Sitzung am Donnerstag in Essen.

Fanderl war seit dem 1. Oktober 2013 Vorsitzender des Karstadt-Aufsichtsrats. Ihm folgt in dieser Funktion Wolfram Keil, der seit September 2014 Mitglied des Gremiums ist. Den durch den Wechsel von Dr. Stephan Fanderl in die Geschäftsführung vakant gewordenen Sitz im Aufsichtsrat übernimmt Jörg Schwengel von der SIGNA Gruppe.

Das Management Team der Karstadt Warenhaus GmbH setzt sich nunmehr aus folgenden Personen zusammen: Dr. Stephan Fanderl als neuer CEO, Miguel Müllenbach als Chief Finance Officer und Arbeitsdirektor, Jörg-Peter Schmiddem als Chief Merchandise Officer (Einkaufschef) und Thomas Wanke als Chief Retail Officer Sales (Vertriebschef).

Wolfram Keil, neuer Vorsitzender des Aufsichtsrates: „Mit Stephan Fanderl haben wir einen der profundesten Kenner der deutschen Handelslandschaft als CEO gewinnen können. Zudem sind wir sehr froh, dass wir Miguel Müllenbach langfristig ans Unternehmen binden konnten. Er hat gerade in den letzten Monaten sehr hohen persönlichen und fachlichen Einsatz bewiesen. Dafür gebührt ihm unser besonderer Dank.“

Die Diskussion und der Beschluss des umfassenden Sanierungs- und Restrukturierungskonzept ist wirtschaftlich dringend notwendig. Das dem Aufsichtsrat präsentierte Konzept zur Sanierung und Restrukturierung besteht aus drei Säulen: Ertragssteigerungen, Maßnahmen zur nachhaltigen Senkung von Personal- sowie Sachkosten sowie strukturelle Maßnahmen zur Rentabilitätsverbesserung des Filialportfolios.

Nach eingehender Prüfung und intensiver Analyse der Ergebnissituation und Wettbewerbsperspektive werden die Warenhäuser in Hamburg Billstedt und in Stuttgart am 30. Juni 2015 geschlossen. Ebenfalls geschlossen werden die beiden „K-Towns“ in Göttingen und Köln am 30. Juni 2015 sowie die sogenannten „Schnäppchencenter“ in Frankfurt/Oder am 30. April 2015 und in Paderborn am 30. September 2015.

Dr. Stephan Fanderl: „Die Sanierung wird uns viel abverlangen. Ohne zum Teil sehr schmerzliche Entscheidungen, wie auch Filialschliessungen wird es nicht gehen, um das Überleben des Gesamtunternehmens zu sichern. Alle Anstrengungen müssen parallel darauf ausgerichtet bleiben, operativ besser zu werden und die Filialrentabilität zu verbessern.“

„Wir haben mit unserem neuen Gesellschafter aber auch in kürzester Zeit ein Zukunftskonzept erarbeitet, mit dem wir nach erfolgreicher Sanierung das Unternehmens strategisch neu ausrichten werden“, so Fanderl. Bereits im Frühjahr / Sommer sollen einzelne dieser neuen Warenhaus-Formate an den Start gehen. Darüber hinaus werden alle Prozesse im Unternehmen optimiert und angepasst.

Keil: „Wir stehen erst am Anfang eines langen Prozesses. Karstadt steht vor einem tiefgreifenden und umfassenden Wandel – Sanierung und Zukunftskonzept bedingen sich gegenseitig. Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Mit dem richtigen Konzept, mit dem neu aufgestellten Management-Team und mit der Unterstützung unserer Mitarbeiter schaffen wir den turn-around.“

Alle Pläne werden nun mit den Arbeitnehmergremien der Karstadt Warenhaus GmbH und mit der Gewerkschaft ver.di in den vorgeschriebenen Verfahren beraten und verhandelt, um die richtige Balance zwischen Sozialverträglichkeit und wirtschaftlicher Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu finden.